Ich stehe im Alten Elbtunnel in Hamburg und komme aus dem Staunen nicht heraus! Er ist 426,5 Meter lang und der erste Flusstunnel auf dem europäischen Festland. Gleichzeitig ist er der erste Aufzugtunnel der Welt. Der Alte Elbtunnel unter der Norderelbe hindurch wurde im Jahr 1911 eröffnet und verbindet die Stadt Hamburg mit dem Hafen. Bis heute ist der gekachelte Tunnel zwischen den St. Pauli-Landungsbrücken und Steinwerder ein eindrucksvolles Bauwerk und ein beliebter Fotospot in der Hansestadt.
Lohnt sich ein Gang durch den Alten Elbtunnel?







Der St. Pauli-Elbtunnel, auch Alter Elbtunnel genannt, ist ein historischer Tunnel in Hamburg, der Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut wurde. Er verläuft 21 Meter unter der Elbe und war damals eine technische Sensation. Der Tunnel wurde gebaut, um die Altstadt mit dem expandierenden Hafen zu verbinden, wo fast 50.000 Menschen arbeiteten.
Der Bau kostete 11 Millionen Goldmark und begann 1907. Die beiden 4,8 Meter breiten Röhren wurden im Druckluftverfahren gebaut, und 1911 wurde der Tunnel eröffnet. Einzigartig ist, dass man nur über Treppenhäuser oder Aufzüge in den Tunnel gelangt. Fahrstühle transportieren Fußgänger, Radfahrer und Autos in die Tiefe. Seit 2019 ist der Tunnel wegen Sanierungsarbeiten für den Kraftverkehr geschlossen, bleibt aber für Fußgänger und Radfahrer offen. Seit 1975 gibt es einen neuen Elbtunnel auf der A7. Seitdem wird der historische Tunnel „Alter Elbtunnel“ genannt.
Fototipp: Den Alten Elbtunnel fotografiert ihr am besten in den Abend- oder Nachtstunden, wenn der Tunnel kaum frequentiert ist. Am besten lauft ihr noch ein paar Meter in den Tunnel hinein, wenn ihr aus dem Aufzug aussteigt oder die Treppen hinuntergeht. Platziert euch für das Foto mittig.
Anreise zum Alten Elbtunnel in Hamburg
| Lage: | Norderelbe zwischen St. Pauli & Steinwerder |
| Anreise: | U3 bis Landungsbrücken |
| Länge: | 426,5 Meter |
| Must-Do:: | Den Aufzug im Alten Elbtunnel nutzen |
| Eröffnet: | 1911 |
Wer von den Landungsbrücken aus zu Fuß oder mit dem Rad ins südliche Hafengebiet oder auch zum Musical „König der Löwen“ möchte, wählt dafür am besten den Alten Elbtunnel.
Das historische Wahrzeichen im Hamburger Stadtteil St. Pauli erreicht ihr auf verschiedenen Wegen: Die U-Bahnlinie U3 sowie die S-Bahnlinie S1 fahren bis zur Station „Landungsbrücken“. Mit der Buslinie 156 könnt ihr bis zur Haltestelle „Alter Elbtunnel“ fahren. Wer mit dem Auto unterwegs ist, findet beim Parkdeck an den St. Pauli-Landungsbrücken Parkplätze.
Grundsätzlich ist der Alte Elbtunnel Tag und Nacht geöffnet. Bedenkt aber, dass ihr die Aufzüge unter der Woche von morgens 05:30 Uhr bis abends 20:00 Uhr und an Samstagen, Sonn- und Feiertagen nur von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr nutzen könnt.
Wirklich brauchen werdet ihr die Aufzüge nur, wenn ihr mit dem Fahrrad unterwegs seid. Ansonsten gibt es ja das Treppenhaus. Davon abgesehen sind die Aufzüge aber definitiv sehenswert, weil sie den Alten Elbtunnel als ersten Aufzugtunnel der Welt sehr besonders machen.
[the_ad_placement id=“nuetzliche-links“]
Wo ist der Eingang zum Alten Elbtunnel?
Nicht wenige Touristen irren erst einmal eine ganze Weile rund um die Landungsbrücken herum, weil sie den Eingang zum Alten Elbtunnel nicht finden. Tatsächlich würde man auch nicht sofort darauf kommen, wenn man nicht wüsste, wo man hin muss.
Von außen gleicht das Eingangsgebäude, in dem sich die vier mächtigen Lastenaufzüge befinden, nämlich eher einer Kirche oder, mit etwas Fantasie, einem alten Bahnhofsgebäude mit einer riesigen Kuppel. Sowohl für die Aufzüge als auch für das Treppenhaus gibt es jeweils einen separaten Eingang. Man muss nur einmal ums Eck herumlaufen.
Der Eingangsbereich zum Treppenhaus ist schön mit grünen Kacheln verkleidet und macht richtig was her. Mit Panoramablick auf die gigantischen Aufzugschächte geht es 132 steinige Stufen in die Tiefe. Ein Metallgeländer gibt euch Halt, während ihr entlang der Rundung des Eingangsgebäudes in den Tunnel hinabsteigt. Aber keine Sorge, die Treppe ist deutlich breiter als etwa die üblichen, schmalen Wendeltreppen, die wir von dem ein oder anderen Kirchturm kennen.
Die Aufzüge sind für 130 Personen bzw. vier Tonnen Last zugelassen. Die Fahrt hinunter in den Tunnelschacht dauert nur ein bis zwei Minuten, wenn ihr mal im Aufzug drin seid. Zu den Stoßzeiten kann sich aber schon mal eine kleine Schlange, vor allem an Radfahrern, vor dem Aufzug bilden. Zumindest erkennt ihr so auf den ersten Blick, wo ihr hinmüsst.
Direkt am Aufzug erwartet euch ein Pförtner, der euch einweist, nachdem die Leute, die von unten kommen, ausgestiegen sind. Wenn alle sicher stehen, schließt sich die Tür und der Lastenaufzug setzt sich einigermaßen geräuschvoll in Bewegung. Wenige Augenblicke später öffnet sich die Aufzugtür wieder und sobald ihr nach außen tretet, steht ihr im Alten Elbtunnel.
Auch interessant: 9 Sehenswürdigkeiten in Hamburg, die nur Locals kennen







Ikonische Bauweise und Kunst im Alten Elbtunnel
Wenn ihr nur eine schlichte Unterführung erwartet habt, dann werdet ihr aus dem Staunen nicht herauskommen. Nicht der imposante Tuffsteinbau mit der kirchturmähnlichen Kuppel und seinen großen Fenstern, über den es mit den Aufzügen in die Tiefe geht, ist das Highlight bei diesem baulichen Meisterwerk, sondern tatsächlich die Tunnelröhren selbst.
Der St. Pauli-Elbtunnel ist viel mehr als nur ein zweckmäßiger Weg auf die andere Seite des Flusses: Direkt nach dem Aufzug könnt ihr eine ganz schöne Strecke des Tunnelverlaufs überblicken und die Höhenunterschiede sehen, denn komplett eben verläuft der Alte Elbtunnel nicht.
Otto Wöhlecke, der auch die oben gelegenen Landungsbrücken in Hamburg entworfen hat, ist es gelungen, eine wirklich beeindruckende Architektur zu schaffen. Beachtet die strahlend weißen Kacheln an den Wänden des Alten Elbtunnels. 400.000 sind es insgesamt allein im Inneren des Tunnels. Mit ihrer glänzenden Glasur erzeugen sie, im Zusammenspiel mit den 104 Lampen, das typische Flair im Tunnel.
Alle paar Meter findet ihr insgesamt 80 besondere Kacheln mit 14 sich wiederholenden Tiermotiven, die typisch für den Hamburger Hafen sind, etwa Fische, Seesterne oder Flusskrebse. Im Tunnel selbst findet ihr links und rechts schmale Fußgängerwege und in der Mitte eine Fahrbahn, auf der die Fahrradfahrer unterwegs sind. Es lohnt sich, die gesamte Strecke bis nach Steinwerder zu laufen, denn auf der anderen Seite gibt es neben dem Hafen einiges zu entdecken.
Der Alte Elbtunnel steht seit 2003 unter Denkmalschutz. Zwischen 2000 und 2009 hat einmal im Jahr, immer am letzten Sonntag im Januar, der Elbtunnel-Marathon in dem geschichtsträchtigen Bauwerk stattgefunden. Allerdings ist die Veranstaltung bis zur Fertigstellung der Sanierung der Weströhre ausgesetzt, ebenso wie die Kunstausstellung Elb-Art.
Auch interessant: Miniatur Wunderland Hamburg – Lohnt es sich?
Fazit
Wenn ihr in Hamburg unterwegs seid, solltet ihr einen Gang durch den Alten Elbtunnel keinesfalls verpassen. Die ganze Szenerie ist äußerst beeindruckend und ein Foto unter der Elbe ein Muss! Das gilt nicht nur für alle Kunst- und Geschichtsinteressierten, denn in unmittelbarer Umgebung des Tunnels gibt es auf beiden Seiten viel zu sehen: da wären die berühmten Landungsbrücken, die vielen Fischbuden, Ausflugsboote und der Kietz auf der einen Seite und der Aussichtspunkt Steinwerder und das Musical „König der Löwen“ sowie natürlich der Hamburger Hafen auf der anderen. Insbesondere eine Hafenrundfahrt ist sehr zu empfehlen.
Schreibe einen Kommentar zu anneeulia Antwort abbrechen