Untersberg-Überschreitung: Wunderschöne Wanderung

Überschreitungen von Bergen oder ganzen Gebirgsstöcken haben ihren ganz besonderen Reiz. Fast immer handelt es sich dabei um tagesfüllende Wanderungen mit vielen Höhen- und Kilometern. Ich mache gerade mein zweites Gipfel-Selfie an diesem Tag und freue mich, dass ich die meisten Höhenmeter schon geschafft habe! Was ich hier am Untersberg so cool finde? Bei der Überschreitung wandert man nicht nur über die gesamte Länge des Berges, sondern überschreitet auf dem Hochplateau auch die Grenze zwischen Österreich und Deutschland.

Lohnt sich die Überschreitung des Untersbergs?

Der Untersberg ist das nördlichste Bergmassiv der Berchtesgadener Alpen und wirkt besonders aus Richtung München und Salzburg kommend sehr markant. Je nach Kondition könnt ihr die Überschreitung mit oder ohne Seilbahnunterstützung machen und auch die Richtung wählen.

Mit der Untersbergbahn erspart ihr euch 1.300 Höhenmeter im Aufstieg und habt somit mehr Zeit für die immer noch 13 km lange Wanderung über das Hochplateau. Was mich hier sehr reizt, ist der unmerkliche Grenzübertritt von Österreich nach Deutschland mitten auf der Wanderung und die beiden Gipfeln am Beginn und Ende der Tour.

Fototipp: Gipfelfotos bei den beiden Hauptgipfeln in Österreich und Deutschland sind ein Muss. Ihr könnt beim jeweiligen Kreuz immer so fotografieren, dass die gesamte Überschreitung im Hintergrund zu sehen ist. Oft umkreisen Bergdohlen die Gipfel und schummeln sich gerne auf die Bilder.

Anreise nach Grödig bei Salzburg

Schwierigkeit:mittelschwer
Strecke:12,5 km
Höhenmeter:725 hm â¬†ï¸ 1.707 hm ⬇️
Gehzeit:6,5 Stunden
Beste Jahreszeit:Juni bis Oktober

Bei dieser Wanderung solltet ihr beachten, dass die Rückfahrt entweder mit einem zweiten Pkw ab dem Parkplatz Hintergern erfolgen muss oder die Fahrpläne der öffentlichen Verkehrsmittel genau zu beachten sind.

Ausgangspunkt der Tour ist in Grödig bei Salzburg an der Talstation der Untersbergbahn. Von München über die A8 kommend, verlässt man die Autobahn bei Salzburg-Süd (Vignettenpflicht beachten!) und folgt der Beschilderung Richtung Grödig – Berchtesgaden. An der zweiten Ampelkreuzung biegt man rechts ab und kommt direkt zum Parkplatz der Seilbahn.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln empfehle ich euch, die Überschreitung in genau entgegengesetzter Richtung zu machen als hier beschrieben. Ihr könnt dann mit dem Zug bis zum Bahnhof Berchtesgaden fahren und von dort mit der Buslinie 837 nach Hintergern. Die Untersbergbahn könnt ihr dann für einen verkürzten Abstieg nutzen. Überlegt euch auch vorab, ob ihr die Wanderung aus zeitlichen oder konditionellen Gründen auf zwei Tage ausdehnen wollt. Dann benötigt ihr natürlich noch einen Schlafplatz im Störhaus, der reserviert werden sollte.

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Luftige Auffahrt mit Untersbergbahn zum Start

Wir starten unsere Tour am Parkplatz der Untersbergbahn in Grödig. Für stolze € 20,50 lösen wir an der Kassa ein Bergfahrtticket und fahren mit der ersten Gondel um 8.30 Uhr hinauf. In unseren Rucksäcken haben wir normale Wanderausrüstung, bestehend aus festem Schuhwerk, Sonnenschutz, Wechselkleidung sowie ausreichend Getränke und Proviant für den ca. 6,5 Stunden Marsch. Da es auf der Überschreitung viel auf und ab geht, sind auch Wanderstöcke sehr praktisch und etwas Geld für die Hütteneinkehr darf natürlich auch nicht fehlen.

Die Auffahrt mit der Untersbergbahn ist eine rasante und vor allem luftige Angelegenheit. Ich genieße den 360-Grad-Blick in vollen Zügen, jedoch haben andere Gondelgäste etwas Mühe, sich in der leicht schaukelnden Kabine wohlzufühlen.

Die Auffahrt dauert aber ohnehin nicht lange und nach 8,5 Minuten haben wir mühelos stolze 1.320 Höhenmeter überwunden. Jetzt kommt der sportliche Teil mit 600 Höhenmetern im Aufstieg und knapp 1.700 im Abstieg. Los geht’s!

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Aussichtsreiches Auf und Ab am Hochplateau

Kaum sind wir aus der Gondel gestiegen, erblicken wir auch schon den ersten Gipfel. Das Geiereck (1.805 m) lacht uns mit einem überdimensionalen Gipfelkreuz entgegen, das wir in wenigen Gehminuten erreichen. Auf einem breiten Schotterweg geht es in südwestlicher Richtung zum Gipfel des Salzburger Hochthrons. Mit 1.853 Metern ist er die höchste Erhebung des Untersbergs auf österreichischer Seite.

Wir folgen dem Steig eher flach durch Latschen zum ungeschmückten Gipfel des Großen Heubergkopfs. Hätte ich die Wanderkarte nicht genau studiert, würden wir jetzt nicht merken, dass wir beim Abstieg über die steilen Serpentinen zur tief eingeschnittenen Mittagsscharte die Grenze zwischen Österreich und Deutschland überschreiten. Irgendwie ein richtig lässiges Gefühl, sich so unbeschwert im Auf und Ab auf dem Hochplateau zweier Länder zu bewegen.

Doppeltes Gipfelglück in zwei Ländern am Untersberg

Bis zu unserem nächsten namhaften Gipfel zieht sich die Tour ganz schön! Obwohl wir immer in Kammnähe wandern, erblicken wir den Gipfel des Berchtesgadener Hochthrons (1.972 m) erst sehr spät bzw. direkt an der Abzweigung. Schnell sind die letzten Höhenmeter geschafft und das zweite Gipfelglück am nun höchsten Punkt auf der deutschen Seite des Untersbergs ist perfekt!

Über das wellige Gipfelplateau genießen wir Ausblicke in die Ferne, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Blickt man nach Norden, ist es einfach nur flach, blickt man in die andere Richtung, hat man ein traumhaftes Gipfelpanorama bestehend aus Watzmann, Hochkalter, Hoher Göll und im Süden sogar den Dachstein.

Über den Gipfelrücken wandern wir durch Latschengassen hinunter zum Störhaus. Die Einkehr auf Kuchen und Kaffee ist für uns ein absolutes Muss, denn wir müssen noch gestärkt sein für den Abstieg nach Hintergern. Es ist inzwischen früher Nachmittag geworden und die Sonne knallt uns beim Runtergehen erbarmungslos auf den Kopf. Bei der Weggabelung am Gatterl nehmen wir die Abzweigung mit der Beschilderung Störweg und gelangen über viele flache Serpentinen und durch den Wald schließlich zwischen Bauernhöfen zum Wanderparkplatz.

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Fazit

Erleichtert und doch etwas müde vom langen Wandertag ziehe ich meine Bergschuhe aus. Die Überschreitung war toll und vor allem landschaftlich beeindruckend. Der Untersberg wird wegen seiner vielen Höhlen und Löcher auch gerne mit einem Schweizer Käse verglichen und über kaum einen anderen Berg in den Alpen gibt es so viele Mythen und Sagen. Sowohl Forscher als auch Esoteriker werden vom Untersberg magisch angezogen und auch ich finde, dass der Berg besonders geheimnisvoll wirkt, wenn er in Nebel gehüllt ist. Achtung: Bei Nebel ist die Orientierung am Hochplateau trotz guter Beschilderung schwierig!

Verbringt ihr mehrere Tage in der Region und noch weitere Gipfelziele sucht, gibt es rund um den Königssee viele schöne Wanderungen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Ich liebe zum Beispiel die Tour auf den Hohen Göll, der mit seinem Bergkristall am Gipfelkreuz ein ganz besonderes Ziel ist. Die Überschreitung des Watzmanns ist natürlich die Königstour hier in der Region, aber auch kleinere lohnende Wanderungen, wie zur Archenkanzel hoch über dem Königssee oder zum Sonnenuntergang aufs Kehlsteinhaus, kann ich sehr empfehlen.

Lage

Praktische Links

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