Wer von einer einsamen Insel träumt, auf der es keine Autos gibt, sondern nur Pferdekutschen; und keinen Stress, sondern gemächlich tickende Uhren, für den ist Juist ein perfekter Reisetipp. Die größte Attraktion der Nordseeinsel ist ihre Stille und die Chance für alle Besucher, vollkommen abzuschalten. Dabei bietet das Inselchen auch Sehenswürdigkeiten und interessante Orte, von Sandbänken bis zu einem ganz besonderen Leuchtturm – und reichlich Ausflugsziele für Naturliebhaber.
Top-Sehenswürdigkeiten auf Juist im Überblick
Juist zählt zu den ostfriesischen Inseln und liegt zwischen Norderney und Borkum im Weltnaturerbe Wattenmeer. Die Fährüberfahrt erfolgt ab dem Fährhafen des niedersächsischen Norddeich-Mole und dauert etwa 90 Minuten, Schnellschiffe benötigen ca. 30 bis 45 Minuten. Mit 17 Kilometern Länge gilt Juist als längste aller ostfriesischen Inseln – dafür ist sie maximal 900 Meter breit.
Oft liest man die Bezeichnung „Töwerland Juist“, was „Zauberland“ bedeutet. Die „verzauberte Insel“ hat gut 1.500 Bewohner, die alle kein Auto brauchen: Juist ist autofrei, und eine besondere Inselattraktion ist, dass zum Transport nur Pferdekutschen oder Fahrräder bereitstehen. Damit – oder zu Fuß – erreicht man auch alle Sehenswürdigkeiten, sei es das Nationalpark-Haus Juist, der Leuchtturm Memmertfeuer oder das Walskelett.  Â
—Â
#juist #nordsee
Fototipp: Folgt HOME of TRAVEL auf Instagram, um neue Aktivitäten und interessante Orte für eure nächste Reise zu finden. Außerdem stellen wir regelmäßig interessante Reiseblogger vor, die von ihren Abenteuern berichten. Hier abonnieren >
1. Billriff: Endloser Po von Juist

Auch interessant: Die schönsten Strände der deutschen Nordsee
| Lage: | Westküste |
| Must-Do: | Spaziergang bei Ebbe |
| Must-See: | Seehunde |
Das Billriff, auch Bill Juist genannt, ist eine der schönsten Naturphänomene der Nordseeinsel. Der Name entstammt wohl dem friesischen Begriff „Bille“, was in etwa „Pobacke“ bedeutet. Dies beschreibt die runde Sandspitze an der Westküste von Juist sehr gut.
Ihr könnt um das Billriff herumspazieren und bei Ebbe eine riesige Sandwüste bewundern. Im Grunde besteht das Riff sogar aus mehreren Sandbänken, aber Vorsicht: Die Priele dazwischen laufen bei Flut schnell voller Wasser! Mit etwas Glück könnt ihr dort sogar Seehunde sichten.
2. Leuchtturm Memmertfeuer: Schöner Aussichtspunkt auf Juist

Auch interessant: Sopot – Kurort und Perle der polnischen Ostsee bei Danzig
| Eingestellt: | 1986 |
| Höhe: | 15 m |
| Must-See: | Aussicht (Sommer) |
Eigentlich ist der Leuchtturm Memmertfeuer nutzlos: Er weist schon 1986 keinem Schiff mehr den Weg. Dass diese Attraktion Juists dennoch bestehen blieb, ist eifrigen Insulanern zu verdanken, die sich für den Erhalt ihres geliebten Memmertfeuers einsetzten – und sogar ein neues, inoffizielles Leuchtfeuer einbauen ließen.
Dieses scheint nun alle 13 Sekunden nicht übers Meer hinaus, sondern in Längsrichtung der Insel. Falls ihr Juist im Sommer besucht, könnt ihr den Leuchtturm für nur einen Euro besteigen, denn aus 15 Metern Höhe bietet sich ein toller Weitblick über die Insel.
3. Kalfamer: Das östliche Ende Juists

Auch interessant: De Slufter – Einzigartige Lagunenlandschaft auf Texel
| Lage: | Ostende |
| Must-See: | Seehunde & Vögel |
| Führungen: | Apr. bis Okt. |
Der sogenannte „Kalfamer“ am östlichen Ende von Juist ist ein spannendes Ausflugsziel für Naturliebhaber: Dort stoßt ihr nicht nur auf weitläufige Sandflächen, sondern auch auf eine grüne Dünenlandschaft. Beide dienen verschiedenen Vogelarten als Brut- und Raststätte, weswegen der Kalfamer auch nur von November bis März frei zugänglich ist.
Zwischen April und Oktober müsst ihr an einer Führung teilnehmen, um brütende Vögel nicht zu stören. Aber nicht nur Vögel, sondern auch Seehunde lassen sich dort oft beobachten! Am besten erreicht ihr den Kalfamer zu Fuß.
4. Seezeichen auf Juist: Ein Insel-Wahrzeichen am Hafen

| Lage: | Hafen |
| Must-See: | Ausblick |
| Höhe: | 17 m |
Das Seezeichen im Hafen von Juist darf schon deswegen nicht bei unseren Juist-Reisetipps fehlen, weil es als ein Wahrzeichen der Insel gilt. Der an ein überdimensionales Segel erinnernde Bau entstand 2008 und befindet sich am Ende der Juister Seebrücke.
Neben dem Leuchtturm Memmertfeuer bietet auch das Seezeichen von etwa 17 Metern Höhe einen wunderbaren Panoramablick über die Insel und das Wattenmeer, und zwar das ganze Jahr über! Das außergewöhnliche Bauwerk fand so großen Anklang, dass es 2010 sogar mit einem Preis geehrt wurde.
5. Hammersee: Größter Süßwassersee der Nordseeinseln

Auch interessant: Die schönsten Badeseen in Deutschland
| Lage: | westlich vom Ort |
| Must-Do: | Wanderung |
| Entstanden: | ab 1932 |
Der Hammersee ist ein weiterer, besonders interessanter Ort für Naturfans: Er gilt als größter Süßwassersee aller Ostfriesischen Inseln und befindet sich westlich des Ortes Juist. Einst trennte der durch Sturmfluten entstandene See die Insel in zwei, doch seit 1932 gibt es einen wunderschönen Dünendeich, die „Hammerdünen“.
Der Hammersee in seiner heutigen Form ist ein Biotop bzw. Schutzzone 1 des Nationalparks und Heimat vieler Vögel und anderer Tiere. Den besten Überblick bekommt ihr von den Aussichtsplattformen im Norden und Süden oder beim Spaziergang auf dem markierten Wanderweg. Â
6. Nationalpark-Haus Juist: Alles rund ums Wattenmeer um Juist

Auch interessant: Wattwandern in der Nordsee – Die Small Five entdecken
| Must-See: | Zwergwalskelett „Waltraud“ |
| Gestrandet: | 2001 |
| Must-Do: | geführte Wattwanderung |
Das Nationalpark-Haus Juist ist die beste Attraktion für alle, die mehr über das Weltnaturerbe Wattenmeer lernen möchten. Die Ausstellung deckt viele spannende Themen ab, von Meeressäugern bis zum ständigen Wandel, dem die Insel aufgrund von Wind und Meer unterliegt.
Ein Highlight für kleine und große Watt-Liebhaber ist das Zwergwalskelett, dem liebevoll der Name „Waltraud“ verpasst wurde. Das Tier wurde bereits 2001 auf Juist angespült. Im Nationalpark-Haus könnt ihr überdies eine Wattwanderung buchen und an wechselnden Veranstaltungen teilnehmen.
7. Otto-Leege-Pfad: Lehrpfad als „Gesamtkunstwerk“

Auch interessant: Die schönsten Wanderungen in Deutschland
| Lage: | östlich des Dorfes |
| Lehrpfad: | 11 Stationen |
| Länge: | ca. 1 km |
Der Otto-Leege-Pfad, der östlich der Ortschaft beginnt, gilt auf Juist als „Gesamtkunstwerk“. Dies verdankt er dem Umstand, dass Besucher die Inselnatur wie ein Kunstwerk der Elemente präsentiert bekommen, von Sand und Wasser zu Salz, Luft und Licht.
Wenn ihr über diesen gut ein Kilometer langen Pfad spaziert, werdet ihr das Motto „wahrnehmen, empfinden, erkennen“ mit den eigenen Sinnen spüren und an insgesamt 11 Stationen viel Wissenswertes über Juist lernen.
8. Walskelett eines Finnwals: Überreste eines gestrandeten Tieres
| Lage: | Oststrand |
| Gestrandet: | 2012 |
| Zugänglich: | bei Ebbe |
Ein Walskelett als Ausflugsziel auf Juist? Das mag in den Ohren mancher Besucher zunächst sonderbar klingen. Doch als der etwa 8 m lange Wal im September 2012 bereits tot auf Juist angeschwemmt wurde, entschied man, ihn nicht zu entfernen, sondern ganz natürlich in den Kreislauf der Natur zurückkehren zu lassen.
Heute ist von dem großen Wal nur mehr das riesige Skelett übrig, das Besucher am breiten Oststrand unweit des Kalfamer betrachten können. Außerdem dokumentierte das Nationalpark-Haus Juist den Wandel des gestrandeten Kadavers über die Jahre.
9. Wasserturm: Höchster Punkt auf Juist
| Lage: | Strandpromenade |
| Höhe: | 13 m |
| Errichtet: | 1927/28 |
Die Frage, wer der oder die Schönste der ganzen Insel ist, lässt sich nicht leicht beantworten, wohl aber die Frage nach dem höchsten Punkt: Auf der höchsten, 22 m hohen Düne von Juist steht nämlich der Wasserturm und überragt mit seinen zusätzlichen 13 Metern alle anderen Inselgebäude.
Neben dem Seezeichen ist der Wasserturm ein weiteres Wahrzeichen Juists und damit ein ebenso wichtiger Reisetipp. Der Turm wurde 1927/28 errichtet, kann jedoch nicht bestiegen werden – aber auch die Aussicht von seinem Fuß lohnt sich.
Weitere Reisetipps an der Nordsee
Schon gewusst? Die Anreise auf jede Insel benötigt genaue Planung – erst recht, wenn diese Insel wie Juist tidenabhängig ist. D. h., die Schiffe können nur bei Hochwasser fahren, und deswegen fährt die Fähre von Norddeich-Mole nach Juist (ca. 90 Min.) auch nur ein oder zwei Mal am Tag! Der aktuelle Fährplan gibt Auskunft, wann genau. Neben der Fähre könnt ihr auch ein Schnellboot (ca. 30–45 Min.) nehmen, dessen Fahrtzeiten ebenfalls vom Wasserstand abhängen. Da Juist autofrei ist, bleibt euer Auto auf dem Langzeit-Parkplatz in Norddeich-Mole stehen.
Übrigens hat die kleine Insel sogar einen eignen Flugplatz. Der Flieger nach Juist fliegt (wenn nicht Nebel oder andere ungünstige Wetterverhältnisse herrschen) ab dem kleinen Flughafen von Norden und braucht auf die Insel 7 Minuten. Inklusive tollem Panoramablick übers Wattenmeer!
Schreibe einen Kommentar