Kulturgeschichte, beeindruckende Landschaften, eine lebhafte Hauptstadt und gutes Essen. Das kleine Land Armenien im Kaukasus bietet alles, was es für eine perfekte Reise braucht. Und aufgrund geringer Distanzen lassen sich große Teile des Landes auch bereits binnen weniger Tage erkunden. Wie und wo das am besten funktioniert, zeigen wir euch anhand der besten Sehenswürdigkeiten in Armenien.
Top-Sehenswürdigkeiten in Armenien im Überblick
Auf der Grenze von Europa und Asien, eingeklemmt zwischen den Ländern Georgien, Aserbaidschan, Iran und Türkei, liegt das kleine Land Armenien mit gerade einmal drei Millionen Einwohnern in der Kaukasusregion. Durch die vorherrschende Religion des Christentums zählen zahlreiche Klöster, wie etwa Chor Virap, zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Landes.
Die Hauptstadt Yerevan mit einer Million Einwohnerinnen und Einwohner bietet Kultur, ein buntes Nachtleben und einen unvergleichlichen Blick auf den mächtigen Berg Ararat. Dem gegenüber stehen weite Landschaften und Naturschönheiten wie der Sewansee, der größte Gebirgssee der Welt, oder die beeindruckende Basaltschlucht, deren Struktur an eine Orgel erinnert.
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#armenien
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1. Sewansee: Größter Gebirgssee der Welt

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| Lage: | Provinz Gegharkunik |
| Höhe: | 1.900 m |
| Fläche: | 1.272 km² |
Nicht umsonst wird diese Sehenswürdigkeit als die „blaue Perle Armeniens“ bezeichnet. Mit einer Maximaltiefe von fast 80 Metern und einer Länge von fast 80 Kilometern ist der Sewansee der größte Süßwassersee der gesamten Region. An seinem Ufer gibt es außerdem zahlreiche alte Klöster zu entdecken.
Der See ist als Sommer-Ausflugs- und Reiseziel sowohl bei Einheimischen als auch Reisenden beliebt, denn hier warten Strandstunden, Angelspaß und dank der Bergkulisse und dem strahlend blauen Wasser ein tolles Fotomotiv.
2. Chor Virap: Kloster mit Ararat-Blick

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| Lage: | Provinz Ararat |
| Must-Do: | Kamera mitnehmen |
| Errichtung: | 17. Jhd. |
Zugegeben, durch die Größe von Armenien ist es vielerorts möglich, den mächtigen Gebirgszug des Ararats zu bewundern. Doch besonders spektakulär wird es, wenn im Vordergrund ein kleines historisches Kloster zu sehen ist.
Knapp 40 Kilometer von der Hauptstadt Yerevan entfernt, an der türkischen Grenze, befindet sich diese besondere Sehenswürdigkeit, die zu einer Ikone in Armenien geworden ist. Je nach Wetter- und Lichtverhältnissen scheint der Ararat zum Greifen nah.
3. Azat-Schlucht: Basaltschlucht der Orgelpfeifen aus Stein

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| Lage: | Azat-Schlucht (Garni) |
| Anreise: | Offroad-Auto oder zu Fuß |
| Höhe: | bis zu 200 m |
Der abschüssige Schotterweg mit riesigen Schlaglöchern hinunter in die Schlucht vermittelt zunächst nicht unbedingt den Eindruck, dass hier eine wichtige Sehenswürdigkeit wartet. Doch blickt man dann nach oben, macht alles plötzlich Sinn.
Denn in dieser Basaltschlucht erhebt sich die sogenannte Symphonie der Steine, deren Struktur und Form an eine Orgel erinnern. Die Symphonie der Steine befindet sich übrigens direkt unter dem Kloster Geghard.
4. Kloster Geghard: Thronend über der Schlucht

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| Lage: | Garni |
| Gründung: | 4 Jhd. |
| Fläche: | 2,7 ha |
Direkt an der Klippe der Azat-Schlucht bei Garni, durch die der gleichnamige Fluss fließt, steht das Kloster Geghard aus dem 4. Jahrhundert. Besucher sollten unbedingt ganz genau hinschauen, denn hier können sie etwas entdecken, wofür Armenien ebenfalls berühmt ist.
Bei Chatschkar handelt es sich um eine besonders kunstvolle Verzierung von Reliefsteinen, die von Generation zu Generation weitergegeben wird und hier besichtigt werden kann.
5. Kaskade von Jerewan: Beliebter Treffpunkt der Hauptstadt

| Lage: | Yerevan |
| Hinweis: | Es gibt eine Rolltreppe |
| Beste Reisezeit: | Sonnenuntergang |
Unübersehbar im Zentrum der Hauptstadt steht die fast 120 Meter hohe Kaskade aus dem Jahr 1980, die noch heute ein beliebter Treffpunkt ist. Auf den Stufen versammeln sich Menschen, um die Abendsonne zu genießen, Musik zu machen und die Kunstwerke zu bewundern.
Wer die vielen, zugegeben recht hohen Stufen nicht erklimmen will, der geht einfach links durch die Tür und nutzt die Rolltreppe. Diese fährt allerdings in späten Abendstunden nicht. Danach ist Muskelkraft und Kondition gefragt.
6. Tempel von Garni: Wie im alten Griechenland

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| Lage: | Garni |
| Höhe: | ca. 11 m |
| Errichtung: | 800 v. Chr. |
An diesem besonderen Ort reisen Besucher zurück in vorchristliche Zeiten, denn dieser Tempel ist dem Sonnengott Mithra gewidmet. Dass er an den Tempel in Athen in Griechenland erinnert, ist übrigens auch kein Zufall, denn er ist nach derselben altgriechischen Architektur erbaut.
Der Tempel liegt knapp 30 Kilometer von Yerevan entfernt und lässt sich gut mit einem Besuch der Symphonie der Steine und des Klosters Geghard kombinieren.
7. Zorakarer: Stonehenge von Armenien

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| Lage: | Sissian, Provinz Sjunik |
| Fläche: | 7 ha. |
| Gräber: | Bronzezeit |
Wer auf mystische und geheimnisvolle Orte steht, der ist hier genau richtig. Denn hierbei handelt es sich um eine historische Grabstätte mit mehreren gut erhaltenen Kammern, aber auch um verschiedene Felsbrockenformationen und Steinkreise.
Eine Legende schreibt die Entstehung dieses Ortes Riesen zu, aber Fakt ist, auch wenn es verschiedene Theorien gibt, was die Funktion dieser Sehenswürdigkeit damals gewesen ist, weiß bis heute niemand so genau.
8. Kloster Tatev: Schweben über einer Schlucht

| Lage: | Südostarmenien |
| Must-Do: | Seilbahn fahren |
| Fahrzeit: | 11 min |
Auf Flügeln durch die Berge zu einem Kloster getragen werden. Das klingt wie etwas, was wahrscheinlich in einem Märchen oder einer Fantasy-Geschichte passieren würde. Am Kloster Tartev geht das aber, denn bei den Wings of Tartev handelt es sich um eine Seilbahn aus dem Jahr 2010.
Diese überspannt die 500 m tiefe Worotan-Schlucht und bietet in den knapp zehn Minuten Fahrzeit eine fantastische Aussicht auf das Kloster und die umliegenden Berge.
9. Felsenhöhlen von Goris: Wohnhöhlen erkunden

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| Lage: | Stadtrand Goris |
| Höhenmeter: | 1.300 hm |
| Nutzung: | zum Teil bis heute |
Wer schon ein bisschen gereist ist, der wird sicher auch schon einmal die eine oder andere Höhle besichtigt haben. Trotzdem sollten Reise-Experten das hier nicht einfach überlesen, denn hierbei handelt es sich um ein Höhlendorf in den Bergen mit einer großen Ansammlung von Wohnhöhlen.
Diese Unterschlüpfe waren noch bis Mitte des 20. Jahrhunderts in Gebrauch und finden heute teilweise noch Nutzung als Stallungen.
10. Jermuk Wasserfall: Das Haar der Meerjungfrau

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| Lage: | Region Vayots Dzor |
| Höhenlage: | 2.080 m |
| Höhe Wasserfall: | 72 m |
In Armenien schätzt man offenbar blumige und romantische Namen, aber in diesem Fall trifft es den Nagel auf den Kopf. Der Wasserfall, der auf ungefähr 2.000 Metern Höhe liegt und eine Gesamthöhe von über 70 Metern hat, verläuft nämlich in breiten Strängen, die an die Haare einer Frau erinnern könnten.
Natürlich gibt es dazu auch eine örtliche Legende. Aber wer die hören will, muss den Wasserfall selbst besichtigen.
Weitere Reisetipps im Kaukasus
„Schon gewusst?“ Seit Jahren herrschen Spannungen und Konflikte zwischen Armenien und Aserbaidschan. Dieser flammte zuletzt im September 2023 in der Region Bergkarabach auf und endete mit der Vertreibung von mehreren Tausend Menschen. Die Region ist seitdem unter der Kontrolle von Aserbaidschan und unzugänglich. Von dem Versuch einer Einreise wird dringend abgeraten. Das auswärtige Amt hat für einige Regionen eine Reise-Warnung ausgesprochen.
Ein weiteres dunkles Kapitel in der Geschichte Armeniens ist der Genozid an den Armenierinnen und Armeniern durch das Osmanische Reich. Die türkische Regierung hat dies bis heute nicht anerkannt. Wer sich darüber informieren möchte, dem sei das Genozid-Museum in der Hauptstadt Yerevan mit dem weitläufigen Park empfohlen.
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