Persailhorn: Klettersteig zur hölzernen Madonna

Heute wird Berggeschichte geschrieben – also meine ganz persönliche natürlich. Denn ich stehe auf einem lang ersehnten Gipfel vor einer riesigen, aus Holz geschnitzten Madonna. Sie ist das Gipfelkreuz am 2.347 Meter hohen Persailhorn im Steinernen Meer. Unter mir lichtet sich die Nebeldecke, und unser Blick schweift weit hinaus zu den höchsten Gipfeln der Alpen. Fühlt sich so der Himmel an? Die traumhafte Aussicht und das Gefühl der Freiheit hier oben lassen die Anstrengung des langen Aufstiegs über den Klettersteig fast schon wieder vergessen.

Lohnt sich der Klettersteig aufs Persailhorn?

Die Kreativität der Gipfelkreuzbauer bewundere ich jedes Mal aufs Neue! Hier, hoch über Saalfelden am Steinernen Meer, thront die hölzerne Statue einer Madonna auf dem Gipfel des Persailhorns. Der markante Gipfel, hoch über dem Talbecken, ist über zwei Klettersteige (B/C) erreichbar. Er gehört zu den Berchtesgadener Alpen.

Der markante Gipfel ist ein beliebtes Ziel für Tages- und Mehrtagestouren. Die Peter-Wiechentaler-Hütte am Fuße des Felsens bietet einen idealen Stützpunkt für Übernachtungen. Einige Touren führen auch über den Gipfel des Persailhorns hinaus, z. B. zur Schönfeldspitze oder durch das Steinerne Meer hinunter zum Königssee.

Fototipp: Ein Gipfelfoto mit der holzgeschnitzten Madonna solltet ihr euch nicht entgehen lassen. Früh am Morgen habt ihr hier das beste Licht über den gesamten Bergkamm und auch auf die umliegenden Gebirgsstöcke. Das Gipfelplateau ist nicht besonders groß, deshalb achtet bitte beim Fotografieren unbedingt darauf, nicht zu nah an den Abgrund zu kommen!

Anreise nach Saalfelden am Steinernen Meer

Strecke:14,5 km
Höhenmeter:1.600 hm
Gehzeit:7,5 Stunden
Schwierigkeit:Klettersteig B/C
Gebirge:Berchtesgadener Alpen

Selten kann ich sagen, dass die öffentliche Anreise zu einer Bergtour so einfach und schnell ist. Der Bahnhof Saalfelden ist nur drei Kilometer von den Parkplätzen Bachwinkl oder Einsiedelei entfernt. Vom Münchner Hauptbahnhof seid ihr mit nur einem Umstieg in Wörgl in 2,5 Stunden am Bahnhof Saalfelden.

Mit dem Auto ist die Anfahrt ähnlich lang. Ihr verlasst die Autobahn bei Rosenheim in Richtung Kufstein. Ihr biegt kurz vorher nach Kössen ab. Dann folgt ihr ab Lofer der Schnellstraße durch das Saalachtal in südlicher Richtung bis Saalfelden.

Vor Ort gibt es vereinzelte Hinweisschilder zu den beiden Parkplätzen. Mir persönlich gefällt der Ausgangspunkt beim Parkplatz Einsiedelei besser. Der Aufstieg ist wesentlich spektakulärer, aber auch felsiger und etwas schwieriger.

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Gute Trittsicherheit bereits im Zustieg

Gegen 6.30 Uhr schlagen wir am Parkplatz die Autotüren zu und schultern unsere Rucksäcke. Wir haben die komplette Klettersteigausrüstung dabei, natürlich auch einen Helm. Der Zustieg zum Steig ist mit drei Stunden angegeben. Ich kann Wanderstöcke nur empfehlen, denn der Aufstieg ist wirklich lang und steil. Sonnenschutz, genügend zu trinken und auch etwas Geld für die Einkehr in der Peter-Wiechenthaler-Hütte haben wir im Gepäck.

Nach 240 Höhenmetern kommen wir bereits an der Einsiedelei vorbei. Es ist eine kleine, in den Fels gebaute Kapelle. Diese ist an sich schon ein Highlight. Nun geht es steil durch den Wald hinauf zur Steinalm. Bis zum Einstieg des Klettersteigs ist der Weg wirklich sehr anstrengend, vor allem felsig und etwas ausgesetzt. Wer hier schon an seine Grenzen mit Höhe und Schwindel stößt, sollte besser umdrehen.

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Über den Südwand-Klettersteig zum Gipfel

Puh! Ich muss erst einmal durchatmen, bevor ich mein Klettersteigset anziehe. Über 1.300 Höhenmeter haben wir mittlerweile in den Beinen, und der Südwandklettersteig auf das über uns thronende Persailhorn liegt noch vor uns. Doch die Motivation kehrt schnell zurück, sobald ich das vertraute Klimpern des Klettersteigsets am Seil höre.

Die erste steile Leiter im unteren Bereich hängt leicht nach außen und ist nichts für schwache Nerven. Danach wird der Klettersteig leichter und führt teilweise über Gehgelände. Seilsicherungen sind aber fast durchgehend vorhanden. Dort, wo der parallel verlaufende und ähnlich schwierige Wildental-Klettersteig auf unseren Steig trifft, kommt auch die Schlüsselstelle B/C. Diese führt über eine steile Stufe. Der Fels ist aber schön trocken, und so ziehen wir uns hier recht elegant nach oben.

Eine betenden Madonna als Gipfelkreuz

Schon von weitem sieht man, dass es sich hier am Persailhorn nicht um ein gewöhnliches Gipfelkreuz handelt. Die aus Holz geschnitzte Madonna steht nun direkt vor mir, und ich kann nicht anders, als ihre betende Geste kurz zu imitieren und schon einmal um einen sicheren Abstieg zu bitten.

Für die Gipfelrast bietet das Persailhorn einen traumhaften 360°-Rundblick. Die letzten Nebelschwaden verziehen sich. Wir sehen bekannte Gipfel wie Großglockner und Großvenediger. Ganz deutlich erkennen wir auch die markante Spitze des Wiesbachhorns.

Auf der anderen Seite erblicken wir den kompletten Grat des Watzmanns. Gegenüber liegen die Loferer und Leoganger Steinberge, wo ich gleich die nächsten Tourenpläne schmiede. Madonna, du hast dir hier wirklich ein außergewöhnlich schönes Plätzchen ausgesucht.

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Fazit

Für den Abstieg könnt ihr den Wiechentaler-Klettersteig wählen und gelangt dann ebenso zum Einstieg einige Höhenmeter oberhalb der Peter-Wiechentaler-Hütte. Wer noch nicht genug hat, kann am Persailhorn weitergehen und über Mitterhorn und Breithorn zum Riemannhaus absteigen. Diese Überschreitung ist der Saalfeldener Höhenweg und bei Weitwanderern mit alpinem Ehrgeiz sehr beliebt. Auch die bekannte Schönfeldspitze mit ihrem ebenso eigenwilligen Gipfelkreuz ist ein beliebtes Bergsteigerziel in der Region. Etwas ruhiger und meist weniger überlaufen sind die Leoganger und Loferer Steinberge. Auch hier gibt es einige Klettersteige und lohnende Gipfel wie das Persailhorn.

Lage

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