Kitzbüheler Horn: Abwechslungsreiche Gipfel-Wanderung

Ich blicke auf die Wasseroberfläche des Schlosserbergsees, in der sich majestätisch der Wilde Kaiser und die Wolken spiegeln. Ich nehme auf einer der Holzliegen Platz und genieße die einmalige Kulisse, die ich an diesem Vormittag ganz für mich allein habe. Die meisten nutzen von St. Johann in Tirol aus die Harschbichlbahn, um aufs Kitzbüheler Horn zu gelangen. Es lohnt sich jedoch, zumindest einen Teil der Strecke zu Fuß zu bewältigen. Oben angekommen, führt dann ein wunderschöner Panorama-Wanderweg auf und um den Gipfel herum.

Lohnt sich die Wanderung aufs Kitzbüheler Horn?

Schon von Weitem ist es kaum zu übersehen: Das Kitzbüheler Horn mit seinem prägnanten, 102 Meter hohen Sendemast das Wahrzeichen der Kitzbüheler Alpen und eines der beliebtesten Ausflugsziele der Region. Der Berg verfehlt mit einer Höhe von 1.996 m nur knapp die 2.000er-Marke und bietet einen atemberaubenden Panoramablick über die Hohen Tauern, die Zillertaler Alpen und den Wilden Kaiser.

Zum Gipfel gelangt man von Kitzbühel aus direkt mit der Bergbahn. Empfehlenswerter ist es jedoch, sich den Berg vom Nachbarort St. Johann in Tirol ganz oder teilweise zu erwandern. Die mittelschwere und landschaftlich reizvolle Route führt vorbei am idyllischen Schlosserbergsee über den Harschbichl und weiter über einen spektakulären, teils seilversicherten Steig bis zum Gipfelkreuz. Über den aussichtsreichen Horn-Gipfel-Höhenweg geht es dann wieder zurück zur Bergstation der Harschbichlbahn, wo der verdiente Einkehrschwung wartet.

Fototipp: Der Schlosserbergsee mit seiner Spiegelung ist ein echtes Juwel für Landschaftsfotografen. Um ein schönes Reflektionsfoto zu erhalten, versuche, das Ufer des Sees mittig im Bild zu positionieren und variiere ein bisschen in der Höhe, um das Bergmassiv komplett einzufangen. Die besten Lichtverhältnisse hast du hier morgens, wenn du mit dem Rücken zur Sonne stehst.

Anreise nach St. Johann in Tirol

Strecke:13 km
Höhenmeter:1.400 hm
Gehzeit:5,5 Std.
Einkehrtipp:Harschbichlalm
Must-See:Schlosserbergsee

St. Johann in Tirol lässt sich von München, Innsbruck und Salzburg aus sehr gut mit der Bahn in rund zwei Stunden erreichen. Vom Bahnhof aus sind es dann nur noch wenige Gehminuten zum Ausgangspunkt der Wanderung.

Mit dem Auto geht es noch etwas schneller. Einen kostenpflichtigen Parkplatz gibt es direkt an der Talstation der Harschbichlbahn. Wer die Bergbahn nutzt, parkt sogar kostenlos. Ein paar Höhenmeter lassen sich sparen, wenn ihr bis zum Gasthof Hirschberg fahrt und dort parkt.

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Idyllischer Schlosserbergsee mit Blick auf Wilden Kaiser

Beim Blick auf die 1.400 Höhenmeter, die bis zum Gipfel des Kitzbüheler Horns überwunden werden müssen, ist die Versuchung groß, mit der Harschbichlbahn abzukürzen. Ich empfehle euch allerdings, wenigstens bis zur Mittelstation zu wandern. Von der Talstation führt der Weg über schattige Wald- und Forstwege hinauf, und nach etwa 1,5 Stunden erreicht man den wunderschönen Schlosserbergsee.

Der Ort ist wirklich magisch. Bei Windstille spiegeln sich in der Oberfläche des Speicherteichs die schroffen Kalkspitzen des Kaisergebirges. Und ich habe Glück: Nicht selten versteckt sich der Wilde Kaiser in einer dicken Wolkendecke, und auch wenn sich um ihn herum bereits dramatisch graue Wolken versammeln, ist die Reflexion im Wasser noch sehr gut zu erkennen.

Um den See herum gibt es mehrere Sitzgelegenheiten und ich schwinge mich auf eine Holzliege und genieße den traumhaften Anblick, bevor ich die Wanderung zum Gipfel fortsetze. Wer jetzt ein paar Höhenmeter sparen möchte, kann etwas oberhalb des Schlosserbergsees bei der Mittelstation in die Bergbahn einsteigen und bis zum Harschbichl fahren.

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Durchs Felsentor zum Gipfelkreuz

Ich blicke hinauf zum Sendemast, der alle 10 Minuten in einer dicken Wolke verschwindet und kurz darauf wieder auftaucht. Ab der Bergstation beginnt der etwas anspruchsvollere Teil der Wanderung. Es geht über einen schmalen, teils seilversicherten Steig eng an der Felswand entlang nach oben.

Wer noch mehr Adrenalin möchte, kann alternativ auch über einen Klettersteig zum Gipfel gelangen. Ich biege um eine Kurve, und vor mir taucht plötzlich eine lange Treppe auf, die zu einem Felsentor führt. Was für eine beeindruckende Szenerie.

Ich trete durch das Tor hindurch und erblicke kurz dahinter auch schon das Gipfelkreuz. Dieses liegt nämlich nicht oben am Sendemast, sondern etwa 130 Meter unterhalb auf einem Felsvorsprung.

Über den Horn-Gipfel-Höhenweg zur Harschbichl-Alm

Während ich bis hierher fast allein unterwegs war, bringt die aus Kitzbühel kommende Horngipfelbahn immer wieder neue Besucher hinauf, die zwischen Gipfelkreuz, Sendemast und Gipfelhaus auf asphaltierten Wegen rotieren.

Der Gipfelbereich ist sehr vom Skitourismus geprägt und nicht sonderlich schön. Ich mache deshalb schnell ein Gipfelkreuzfoto und folge dann dem Schild „Panorama Höhenweg“. Zwar versteckt sich das Panorama gerade hinter einer großen Wolke, aber immerhin bin ich wieder allein unterwegs und wandere nun über einen schönen Steig etwas unterhalb vom Gipfel weiter.

Der Horn-Gipfel-Höhenweg führt einmal um das Gipfelplateau herum zurück bis zur Bergstation der Harschbichlbahn und eröffnet unterwegs traumhafte Ausblicke auf die umliegende Bergwelt.

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Fazit

Auf der Terrasse der Harschbichlalm lasse ich mir einen fantastischen Kaiserschmarrn schmecken und genieße den Blick Richtung Gipfel, wo ich kurz zuvor noch stand. Der Weg zurück nach St. Johann in Tirol lässt sich jetzt ganz bequem mit der Bergbahn abkürzen. Ich wandere allerdings bergab und mache noch einen Abstecher zum Eifersbacher Wasserfall, der ebenfalls einen Ausflug wert ist und vom Ortszentrum in etwa einer Stunde zu erreichen ist.

Beim Kitzbüheler Horn trifft „Der Weg ist das Ziel“ absolut zu. Während das Gipfelplateau nicht sonderlich hübsch ist, warten unterwegs einige landschaftliche Highlights. Die Wanderung auf und vor allem um das Kitzbüheler Horn ist deshalb ein Must-Do bei eurem Aufenthalt in St. Johann in Tirol. Wer Zeit und Lust hat, kann auch noch dem Alpenblumengarten einen Besuch abstatten. Etwa 10 Gehminuten unterhalb der Bergstation der Horngipfelbahn erwarten euch auf einem Lehrpfad über 400 verschiedene Hochgebirgspflanzen und Blumenarten.

Lage

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