Huayna Potosi: Aussichtsreicher 6.000er-Gipfel in Bolivien

Seit Monaten bin ich in Südamerika unterwegs, doch hier oben, angekommen am Gipfel wird mir klar: Das hier ist das Highlight schlechthin! Die dreitägige Gipfelbesteigung des Huayna Potosi in Bolivien ist ein atemberaubendes Wanderabenteuer durch die Anden. Ich starte die Tour in der hoch gelegenen Stadt La Paz. Mit lokalen Guides bewältigt man die steilen Anstiege und erklimmt schwindelerregende Grate bis zum schneebedeckten Gipfel. Kommt mit auf die Reise zwischen Eis und Sternenhimmel.

Lohnt sich der Aufstieg zum Huayna Potosi in Bolivien?

Die Expedition zum Huayna Potosi in Bolivien führt durch die eindrucksvolle Berglandschaft der Anden. Die Route erstreckt sich über drei intensive Tage mit steilen Anstiegen zum Gipfel, der eine Höhe von 6.088 Metern erreicht. Am letzten Tag werden nicht nur die letzten Höhenmeter zum Gipfel überwunden, sondern es erfolgt auch der gesamte Abstieg und die Rückreise nach La Paz.

Zwischen den atemberaubenden Berggipfeln spüre ich eine beeindruckende Verbindung zur Natur. Der abschließende Gipfelsturm bildet den Höhepunkt dieses anspruchsvollen Abenteuers. Die Besteigung eines Berges mit einer Höhe von über 6.000 Metern ist nicht nur ein persönlicher Triumph, sondern weckt auch eine tiefe Bewunderung für die majestätische Schönheit der bolivianischen Berglandschaft.

Fototipp: Am Gipfel empfiehlt es sich, ein Weitwinkelobjektiv für das unglaubliche Bergpanorama zu verwenden. Ersatzbatterien sollten definitiv im Gepäck sein, da die Kälte die Akkulaufzeit negativ beeinflusst. Die meisten Actioncams sind robuster und sollten Smartphones aufgrund der eisigen Temperaturen während der Wanderung vorgezogen werden.

Anreise nach La Paz in Bolivien

Lage:35 Kilometer nördlich von La Paz
Beste Reisezeit:April – November
Strecke:10,9 km
Empfohlene Dauer:3 Tage/2 Übernachtungen
Höhenmeter:1.357 hm

Die Reise zum Huayna Potosi beginnt mit der Anreise nach La Paz, der größten Stadt Boliviens. Internationale Reisende erreichen oft den internationalen Flughafen El Alto, der nur etwa 15 Kilometer von La Paz entfernt liegt. Von dort stehen Taxis, Minibusse und Mietfahrzeuge zur Verfügung, um in die Stadt zu gelangen.

Nach der Ankunft in La Paz bieten sich verschiedene Möglichkeiten zur Weiterreise zum Zongo-Pass, dem Ausgangspunkt für die Huayna Potosi Expedition. Je nach Veranstalter wird auch das wenige Kilometer entfernte Refugio Casa Blanca als Schlafplatz oder zur Akklimatisierung genutzt.

Viele Reisende bevorzugen Busse oder organisierte Touren, die den Transport zum Basislager inkludieren. Das Basislager auf etwa 4.700 Metern Höhe markiert den Beginn des Bergabenteuers. Hier erfolgt die Vorbereitung, einschließlich Sicherheitsbriefings und Höhenanpassung.

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Ausrüstung für den Gipfelsieg am Huayna Potosi

Die Herausforderungen hoher Berge und unvorhersehbarer Wetterbedingungen erfordern eine sorgfältige Auswahl an Schutzausrüstung. Warme, wetterfeste Kleidung in mehreren Schichten, darunter eine isolierte Jacke und Hosen, sind unverzichtbar, um Temperaturschwankungen und eisigen Winden standzuhalten.

Robuste Bergstiefel bieten Halt auf Gletschern und eisigen Oberflächen, während Steigeisen und ein Eispickel für die Navigation durch technisch anspruchsvolle Passagen unerlässlich sind. Ein Helm schützt vor herabfallenden Objekten, und ein Klettergurt mit Karabinern ermöglicht sicheres Fortbewegen an steilen Hängen.

Außerdem dürfen natürlich ein hochwertiger Schlafsack, Sonnenschutz, eine zuverlässige Stirnlampe, wasserfeste Karten und ein GPS-Gerät nicht fehlen. Ohne Guide würde ich niemandem diese Tour empfehlen. Man braucht eine Menge Erfahrung, die körperliche Belastung ist hoch und außerdem könnt ihr auf die Infrastruktur der Veranstalter zurückgreifen.

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Schneebedeckter Berg in Bolivien
Huayna Potosí in Bolivien ©Dembert

Höhen-Akklimatisierung in La Paz

Vor Ort in La Paz bieten zahlreiche Agenturen spezielle Pakete für die Huayna Potosi-Besteigung an, die sowohl eine professionelle Führung als auch die notwendige Ausrüstung umfassen. Dabei werden sowohl zweitägige als auch dreitägige Touren angeboten. Aufgrund des geringen Preisunterschiedes und der zusätzlichen Zeit für den Körper, sich an die außergewöhnliche Höhe zu gewöhnen, würde ich mich immer wieder für die längere Tour entscheiden.

Parallel dazu ist eine effektive Akklimatisierung an die Höhe von großer Bedeutung. Einige Tage in La Paz (3.640 m) zu verbringen, um sich langsam an die Höhenlage zu gewöhnen, kann die Anpassung erleichtern. Während dieser Zeit sollte deutlich mehr Flüssigkeit als sonst zu sich genommen werden.

Spezielle Tabletten gegen die Höhenkrankheit können bei der Akklimatisierung behilflich sein, sollten jedoch niemals die Zeit der benötigten Akklimatisierung verkürzen.

Geführte Touren und Erlebnisse

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Das Abenteuer am Huayna Potosi kann beginnen

Für mich und eine weitere Teilnehmerin aus Spanien beginnt die Reise morgens früh. Wir werden von einer Agentur abgeholt und innerhalb von 90 Minuten zum Refugio Casa Blanca (4.800 m) gebracht. Dort gibt es erst einmal ein Mittagessen, bestehend aus Reis, Ketchup, Würstchen, Brot, Tee und Gebäck. Zusammen mit meiner Mitreisenden beziehe ich zwei Betten im großen Schlafsaal.

Anschließend machen wir uns mit dem Guide auf den Weg zu einer Eiswand auf halbem Weg zum höheren Camp auf 5.200 m Höhe. Dort üben wir den Einsatz unserer steigeisenfesten Bergschuhe und Eispickel. Der erste Tag dient hauptsächlich der Akklimatisierung und Überprüfung der Ausrüstung. Mit spektakulären Bildern von der Eiswand kehren wir zum Basiscamp zurück und legen uns nach dem Abendessen im großen Schlafsaal zur Ruhe.

Am zweiten Tag beginnt dann die faszinierende Route von insgesamt 10,9 Kilometern zum Gipfel und zurück. Der Ausgangspunkt ist erneut das Refugio Casa Blanca, ein malerisches Basislager, umgeben von majestätischen Gipfeln und schneebedeckten Landschaften. Von Anfang an bietet die Wanderung eine einzigartige Mischung aus Herausforderungen und atemberaubenden Ausblicken.

Wir benötigen drei Stunden für die Strecke zum 2,7 Kilometer entfernten Casa de Guias auf 5.200 m Höhe. Die Dauer der Wanderung spiegelt die Anstrengung wider, sich in dieser Höhe den Berg hinaufzukämpfen. Am Hochlager angekommen gibt es Reis, eine Suppe, Kekse und Tee zur Stärkung, während wir uns auf den finalen Gipfelsturm vorbereiteten.

Selbst tagsüber sind die Temperaturen im negativen Bereich, und jeder Gang vor die Tür des Camps kostet enorme Überwindung. Nach einer kurzen Runde Schach setzen die ersten Kopfschmerzen ein und ich versuche gegen 18 Uhr einzuschlafen. Bis Mitternacht habe ich Zeit zu schlafen, doch die Kälte und mein drückender Kopf lassen mir nur wenig Zeit zum Entspannen.

Der anstrengendste Gipfel meines Lebens

Der dritte Tag ist dem Höhepunkt gewidmet: dem Aufstieg zum Gipfel des Huayna Potosi auf stolzen 6.088 Metern. Als der Wecker um 0 Uhr klingelt, stehe ich zusammen mit der Spanierin und unserem Guide, mit einer Stirnlampe bewaffnet, vor der Tür des Camps. Schon nach wenigen Minuten muss meine Mitstreiterin zum Camp zurück. Sie entscheidet sich gegen den Aufstieg.

Die technischen Anforderungen des Aufstiegs erfordern präzises Navigieren meines Guides über schneebedeckte Grate und den Einsatz von Steigeisen. Für die knapp 3 Kilometer bis zum Gipfel mit knapp 900 Metern Höhenunterschied benötigten wir sechs Stunden. Der Weg ist technisch nicht sehr anspruchsvoll, aber verläuft permanent durch den Schnee, und das Atmen fällt schwer. Es ist mitten in der Nacht und mit zweistelligen Minusgraden sehr kalt.

Um 6 Uhr morgens ist es dann geschafft. Ich stehe überglücklich mit meinem Guide auf der Spitze des Huayna Potosi auf 6.088 Metern Höhe. Der Gipfelblick entschädigt alle Strapazen – ein Panorama, das die schier endlose Weite der Anden offenbart. Ich schieße ein paar Fotos mit meiner Kamera, bevor wir den gleichen Weg in 3 Stunden zurück zum Hochcamp laufen. Was für ein Augenblick!

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Fazit

Die dreitägige Wanderung zum Huayna Potosi ist nicht nur ein physisches Abenteuer, sondern auch eine emotionale Reise. Die Überwindung persönlicher Grenzen und die Belohnung, auf dem Gipfel zu stehen und spektakuläre Aussichten zu genießen, machen diese Expedition zum Highlight meiner fünfmonatigen Reise durch Südamerika. Die Besteigung eignet sich sowohl für erfahrene Bergsteiger als auch für Einsteiger, vorausgesetzt, sie bereiten sich entsprechend vor und organisieren die Tour mithilfe eines lokalen Guides.

In der Umgebung bieten sich weitere Must-Do’s an, wie beispielsweise die Erkundung der historischen Stätten von La Paz mit der Gondel, eine Bootsfahrt auf dem Titicacasee oder der Besuch des berühmten Sonnenkalenders von Tiwanaku. Nach einer Fahrt mit dem Nachtbus können mit dem Amazonas oder der größten Salzwüste der Welt, der Salar de Uyuni, zwei weitere Highlights Boliviens erreicht werden.

Lage

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