Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Die Gebirgsjäger-Tour, die durch vier Skigebiete in den Dolomiten führt, ist über 80 km lang. Das bedeutet, wir werden vom Liftstart bis zum Liftschluss unterwegs sein. Vorausgesetzt, alles geht gut und wir erwischen unterwegs auch die Busse. Dafür erwarten uns durch Alta Badia, Arabba-Marmolada, Civetta und Cortina d’Ampezzo sensationelle Ausblicke und wirklich spektakuläre Ski-Abfahrten.
Lohnt sich die Gebirgsjäger-Tour in den Dolomiten?
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| Dauer: | ca. 8 Stunden |
| Höchster Punkt: | 2.778 m |
| Länge: | 82,5 km |
| Einkehr-Tipp: | Scotoni-Hütte |
| Beste Reisezeit: | Dezember bis März |
Mit über 80 km Länge ist die Gebirgsjäger-Tour, die sich von Südtirol nach Venetien erstreckt, eine der längsten der Alpen; und eine der spektakulärsten. Denn sie zieht sich insgesamt durch vier Skigebiete. Auf dem Weg von Alta Badia über Arabba ins Skigebiet Civetta und weiter bis nach Cortina d’Ampezzo geht es einmal rund um den Col di Lana. In diesem Gebiet wurden während des 1. Weltkriegs erbitterte Kämpfe ausgetragen. Wenn ihr die Augen offen haltet, könnt ihr hin und wieder auch noch Schützengräben oder Tunnel im Fels erkennen, die von den Soldaten damals gegraben wurden.
Allerdings solltet ihr euch bei der Spurensuche aus der Vergangenheit nicht zu lange aufhalten. Denn auch über das Panorama will noch gestaunt werden. Und dann müsst ihr die Runde im besten Fall bis zum Liftschluss schaffen, um nicht mit dem Taxi nach Hause fahren zu müssen. Und eines schon vorweg: Die Tour ist sportlich und es bleibt nicht viel Zeit für Pausen.
Fototipp: Einen besonders genialen Blick habt ihr am Lagazuoi, dem höchsten Punkt der Skirunde. Dort oben, am Rifugio Lagazuoi, gibt es eine riesige Aussichtsterrasse. Und hier kann man bestaunen, wie weitläufig die Runde tatsächlich ist.
Anreise nach Corvara in Alta Badia
Ihr könnt in allen vier Skigebieten einsteigen und die Runde sowohl mit als auch gegen den Uhrzeigersinn fahren. Wir starten in Alta Badia, genauer gesagt in Corvara. Um hier herzukommen, solltet ihr ab München rund 4 Stunden mit dem Auto einplanen. Die Anreise mit dem Zug dauert etwa eine Stunde länger. Mit dem EC in Richtung Bologna könnt ihr bis nach Franzenfeste durchfahren. Ab da geht es dann mit einem weiteren Umstieg in Sankt Lorenzen bis nach Corvara.
Egal, wie ihr ankommt, plant die Anreise mindestens einen Tag vorher. Ihr solltet am nächsten Morgen unbedingt mit der ersten Gondel ins Skigebiet auffahren. Wir nutzen den Abend im Hotel, um uns zu stärken und nach einer erholsamen Nacht geht es dann pünktlich um 8:30 Uhr mit dem Lift nach oben. Wenn ihr die Möglichkeit habt, könnt ihr euch auch schon am Vortag den Skipass kaufen. Dann müsst ihr morgens nicht zu lange anstehen.
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Mit einem Skipass quer durch Dolomiti Superski
Denkt daran, dass ihr den Skipass für gesamt Dolomiti Superski benötigt. An den Kassen werden auch die Skipässe für nur ein Skigebiet, also zum Beispiel nur für Alta Badia verkauft. Dieser funktioniert aber dann nicht in den Liftanlagen der anderen Skigebiete.
Wir düsen ab Corvara mit der Boè-Seilbahn nach oben. Im Skigebiet angekommen, erwartet uns eine schöne Morgenstimmung. Der Sonnenaufgang ist noch nicht lange her und der Himmel leuchtet in den schönsten Farben. Wir genießen die Stimmung einen kurzen Moment und folgen dann den lila Wegweisern, die uns auf unserer Runde über die Gebirgsjäger-Tour begleiten werden. Insgesamt ist die Route gut ausgeschildert.
Kurz darauf sausen wir dann schon auf die Häuser von Arabba zu. Damit sind wir schon im zweiten Skigebiet des Tages. Wir queren das Dorf und lassen uns mit der Seilbahn zum höchsten Punkt am Porta Vescovo bringen. Theoretisch könnt ihr an der Mittelstation schon aussteigen, dann spart ihr ein paar Minuten. Ich liebe allerdings den Blick von oben. Denn von dort sieht die Marmolada, die Königin der Dolomiten, mega imposant aus. Wir knipsen ein paar Fotos und machen uns auf den Weg zur Talstation der Marmolada-Bahn.
Auf diesem Stück bekomme ich ein wenig Stress. Denn es warten noch zwei nostalgische Sessellifte auf uns, die relativ langsam fahren und an denen verhältnismäßig viele Skifahrer anstehen. Während wir mit dem Sella-Massiv im Rücken hinaufschweben, bezweifle ich, dass wir den Bus bekommen, der in der nächsten halben Stunde im Tal abfahren soll.
Von Arabba nach Alleghe zum Skigebiet Civetta
Aber wider Erwarten klappt alles besser als gedacht. Die Abfahrt zur Talstation der Marmolada ist ein Traum. Lang und aussichtsreich. Im oberen Bereich düsen wir direkt auf die Gletscherflächen des imposanten Berges zu. Weiter unten haben wir dann ausreichend Platz, Carvingschwünge in den Schnee zu ziehen.
Und im Tal wartet dann bereits der Bus. Glück gehabt. Ich würde euch raten, die Busfahrpläne vorher genau anzuschauen und damit auch zu planen. Wenn ihr einen verpasst, kann es passieren, dass ihr auf den nächsten lange warten müsst und damit verschiebt sich euer Zeitplan unaufhaltsam nach hinten. Die Busse kosten übrigens extra, ihr könnt aber einfach mit per Karte beim Einsteigen zahlen.
Die 20-minütige Busfahrt könnt ihr zum Ausruhen nutzen, oder in einen Snack beißen, den ihr vielleicht im Rucksack dabeihabt. Zumindest ein kleiner Riegel zwischendurch kann nicht schaden. So gelangen wir im Handumdrehen zur Talstation in Alleghe. Von hier geht’s nun ins Skigebiet Civetta nach oben.
In diesem Teil der Dolomiten war ich noch nie zuvor unterwegs. Im Vergleich zu Alta Badia und Arabba geht es hier deutlich ruhiger zu. Wir genießen die breiten, sonnigen Abfahrten unter dem Monte Civetta und dem Monte Pelmo. Und ich staune, wie anders die Marmolada aus dieser Perspektive aussieht.






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Weiter nach Cortina und rauf zum Lagazuoi
Eine weitere Fahrt mit dem Bus steht an. Weiter geht es von Pescul nach Fedare. Etliche Serpentinen schrauben wir uns im Bus nach oben. Dann steigen wir über einen urigen 2er-Sessel ins Skigebiet Cortina ein. Mit dem Lift schweben wir auf eine imposante Felswand zu.
Überall unter uns liegen mächtige Felsbrocken und durch diese eindrucksvolle Landschaft führen auch die nächsten Abfahrten. Die Pisten, die wir hier in Cortina meistern, erinnern mich an natürliche Funslopes. Über mächtige Wellenbahnen und durch natürliche Steilkurven hindurch erkunden wir das Skigebiet bis zum Passo Falzarego.
Dann folgt mein liebster Abschnitt der Tour. Mit der Lagazuoi-Seilbahn geht es zum gleichnamigen Monte Lagazuoi auf knapp 2.800 Meter hinauf. Die Aussicht an der Aussichtsterrasse oberhalb der Bergstation ist sensationell. Hier können wir noch mal gut nachvollziehen, wie weitläufig die Skirunde tatsächlich ist. Außerdem haben wir Civetta, Monte Pelmo, Rosengarten, Latemar, das Sellamassiv und die Geislerspitzen im Blick. Genial!
Hier oben startet nun auch meine Lieblingsabfahrt der Tour. Die Armentarola-Piste führt über mehr als 7 Kilometer bis nach Alta Badia hinab. Und diese Abfahrt führt geradewegs in die wilde Welt der Dolomiten hinein. Es gibt unten auch keinen Lift. Man halt also ein bisschen das Gefühl, mitten in der freien Natur unterwegs zu sein.
Am Ende der Abfahrt wartet dann ein Pferdegespann. Damit düsen wir wieder zurück ins Skigebiet und müssen nun nur noch drei Lifte erwischen, um wieder zurück zum Ausgangspunkt zu kommen. Für die Fahrt mit den Pferden benötigt ihr Bargeld. Andernfalls könnt ihr die paar Meter aber auch selbstständig rausschieben, es geht immer leicht bergab.
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Fazit
Insgesamt darf man auf der Tour wirklich nicht trödeln. Wir haben es geradeso zum Liftschluss wieder zurück nach Corvara geschafft und es war ein sportlicher Tag auf der Piste. Am schwierigsten ist es, einzuschätzen, wie viel Zeit ihr beim Anstehen am Lift oder beim Warten auf den Bus benötigt. Falls ihr einen der Busse knapp verpasst, kann es sogar ratsam sein, sich ein Taxi mit anderen Wartenden zu teilen. Dann könnt ihr euch die Taxikosten im besten Fall durch insgesamt 8 Mitfahrer teilen und seid somit kaum teurer als mit dem Bus.
Wenn ihr es generell langsamer angehen lassen möchtet, könnt ihr auch unterwegs übernachten. Dazu bietet sich zum Beispiel das Rifugio Lagazuoi am Monte Lagazuoi an. Dann könnt ihr die wunderschöne Armentarola-Piste am nächsten Morgen auch ganz für euch alleine genießen. Nachteil hierbei: Ihr müsst während des Skitags eure Schlafsachen im Rucksack mittragen.
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