3-Gipfel-Wanderung zur Nockspitze bei Innsbruck

Schaffen wir drei Gipfel an einem Tag? Diese Frage stellen wir uns, als wir nahe Innsbruck von der Muttereralm auf unsere Tour aufbrechen. Über die Pfriemeswand und das Spitzmandl geht es zur Saile/Nockspitze nach oben. Immer wieder erwarten uns herrliche Ausblicke auf die heimliche Hauptstadt der Alpen, die beeindruckende Nordkette und die schroffen Gipfel der Kalkkögel. Doch zu abgelenkt sollte man auf dieser Tour definitiv nicht sein!

Lohnt sich die 3-Gipfel-Tour zur Saile bei Innsbruck?

â–¶ Mein Fazit zur Wanderung

Die Rundtour zur Saile, die auch als Nockspitze bekannt ist, führt über insgesamt drei Gipfel hinweg. Mit der Muttereralmbahn könnt ihr euch die ersten Höhenmeter sparen, so wird die Tour machbarer. Dann warten „nur“ noch rund 11 km Strecke und 975 Höhenmeter. Ihr solltet euch allerdings auf schmale, steile Bergpfade einstellen. Bis zur Pfriemeswand ist der Weg technisch noch recht einfach und gut machbar.

Danach wird es anspruchsvoller. Gerade der Abstecher zum Spitzmandl ist ausgesetzt. Der Weg ist steinig und teilweise abschüssig. Hier sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit wichtig. Auch auf den letzten Metern zur Saile, die ebenfalls als Nockspitze bekannt ist, wird es nochmals steil. Einige Passagen sind sogar mit einem Drahtseil versichert.

Fototipp: Mein liebstes Motiv wartet an der Abzweigung zum Spitzmandl. Hier kann man von oben auf den zweiten Gipfel des Tages und den davorliegenden Grat blicken. Der erhebt sich super schroff. Dahinter liegt Innsbruck. Dieses Foto solltet ihr unbedingt festhalten.

Anreise zur Muttereralmbahn bei Innsbruck

Höchster Punkt:2.404 m
Strecke:10,7 km
Höhenmeter:975 hm
Gehzeit:5 Stunden
Beste Reisezeit:Juni – Oktober

Los geht’s an der Talstation der Muttereralmbahn. Die Station liegt nur rund 7 km von Innsbruck entfernt. Mit dem Auto sind wir hier in knapp 15 Minuten am Parkplatz.

Alternativ könnt ihr den Ausgangspunkt auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichen. Bis Innsbruck Hauptbahnhof kommt ihr mit dem EC. Danach könnt ihr in die Straßenbahn steigen, die bis Mutters hinauffährt. Dann dauert es zwar etwas länger aus der Stadt, dafür tut ihr der Umwelt etwas Gutes.

Ab der Bahnhaltestelle müsst ihr dann allerdings noch rund einen Kilometer mehr laufen. Für sportliche Wanderer sollte es darauf aber nicht mehr ankommen. In der Gondel nach oben könnt ihr die Beinchen ja anschließend erstmal wieder ausruhen. Falls ihr drei Nächte oder länger in Innsbruck seid, bekommt ihr im Hotel übrigens die Welcome Card. Damit könnt ihr unter anderem die Seilbahn an der Muttereralm kostenlos nutzen.

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Steiler Anstieg zur Pfriemeswand (2.100 m)

Mir fallen als Erstes all die Biker auf, die sich am Parkplatz versammelt haben. Nur jede dritte Gondel ist für Wanderer. Die meisten fahren rauf, um auf zwei Rädern die Trails unsicher zu machen. Doch den Trubel rund um die Bergstation lassen wir nach nur wenigen Metern hinter uns.

Plötzlich sind wir ganz alleine in der Bergwelt unterwegs. Das müssen wir uns allerdings auch verdienen, denn es geht von Anfang an steil bergauf. Schritt für Schritt schlängeln wir uns zuerst über eine breite Forststraße und dann über einen schmalen Steig nach oben.

Dadurch haben wir am ersten Gipfel, der Pfriemeswand, aber auch schon über die Hälfte der Höhenmeter zurückgelegt. Rund 500 Höhenmeter liegen bereits hinter uns. Wir haben einen sensationellen Tiefblick auf Innsbruck und sehen sehr schön, wie die Tour weiter verläuft.

Gute Profilsohle und ausreichend Flüssigkeit sind Pflicht

Von oben brennt die Sonne unbarmherzig herunter. Im Tal sind es 33 Grad. Hier oben ist es zwar etwas kühler, aber Sonnenschutz ist unbedingt notwendig. Vor allem, weil wir hauptsächlich oberhalb der Baumgrenze unterwegs sind. Da gibt es kaum Schutz. Und weil auch erstmal lange keine Hütte kommt, sollten unbedingt ausreichend Wasser und Snacks ihren Platz im Rucksack finden.

Auf den nächsten Metern bin ich auch dankbar, dass ich relativ neue Wanderschuhe habe. Dadurch ist die Profilsohle noch super griffig und ich kann mich auf meine Schuhe verlassen. Die Pfade werden nämlich abschüssiger. Zum Spitzmandl (2.206 m) geht es teilweise direkt am Abgrund entlang.

Und das über loses Geröll oder abgerutschte Erdpassagen. Dieser Abschnitt ist der heikelste auf der gesamten Tour. Mit einer abgenutzten Profilsohle werdet ihr hier keinen Spaß haben. Und das wird dann auch schnell zum Sicherheitsrisiko.

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360-Grad-Blick an der Saile (2.404 m)

Vom Spitzmandl geht es über den gleichen Gratweg wieder zurück zur Abzweigung und dann weiter zum dritten und letzten Gipfel nach oben. Die Saile ist mit 2.404 Metern gleichzeitig auch der höchste Berg der Tour. Dementsprechend warten noch ein paar letzte Höhenmeter auf uns. Der Anstieg lohnt sich allerdings noch mal so richtig, denn oben angekommen wartet ein sensationeller 360-Grad-Blick auf uns.

Wir können die Augen über die Tuxer Alpen schweifen lassen, sehen die Serles am Eingang des Stubaitals und direkt vor uns ragen die schroffen Felstürme der Kalkkögel auf. Dort liegt auch die Axamer Lizum. Dahinter geht es weiter in Richtung Sellraintal, und etwas weiter rechts ist sogar Deutschlands höchster Berg, die Zugspitze, gut zu erkennen. Auch das Karwendel mit der Nordkette ist und bleibt ein spannendes Motiv. Mehr Panorama geht fast nicht. Genial!

Zurück geht’s dann über die Birgitzer Alm. Hier lassen wir uns ein Kuchenstück schmecken, aber auch die Knödel sollen sehr gut sein. Dann sind es noch rund 45 Minuten zurück zur Bergstation der Muttereralm. Achtet ein bisschen auf die Uhrzeit, damit ihr die letzte Bahn ins Tal nicht verpasst.

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Fazit

Die Wanderung ist meiner Meinung nach eine absolute Vorzeigetour. Für absolute Einsteiger ist sie vielleicht nicht empfehlenswert. In diesem Fall würde ich den Abstecher zum Spitzmandl weglassen. Aber wenn ihr schon die eine oder andere Wanderung gemacht habt, trittsicher seid und auch die Höhenmeter kein konditionelles Problem darstellen, werdet ihr auf dieser Tour richtig viel Freude haben. Denn der Weg bleibt bis zum Ende spannend.

Kleiner Tipp zum Schluss: An heißen Tagen gibt es einige Seen rund um Innsbruck, in denen ihr euch anschließend abkühlen könnt. Wir sind nach der Tour noch zum Baggersee gefahren. Aber auch der Lanser See mit Blick auf den Patscherkofel ist mega schön!

Lage

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